Mal ein ernstes Thema - Homosexualität, Transsexualität, Akzeptanz.

Hey meine Lieben, heute möchte ich ausnahmsweise nicht über mein übliches Themengebiet bloggen, sondern mir mal meine Gedanken von der Seele schreiben. Dieser Post mag nicht viele Klicks bekommen, vielleicht sind einige von euch nicht meiner Meinung, aber damit habe ich kein Problem - denn ich stehe zu der meinen und habe kein Problem damit, wenn andere damit nicht zurechtkommen. Ich finde generell die Art und Weise, wie manche Menschen mit den oben genannten Themen umgehen, richtig schlimm, und heute kam das Thema wieder mal auf. Ihr habt ja vielleicht mitbekommen, dass der österreichische Vertreter im Eurovision Songcontest, Conchita Wurst, gewonnen hat - nun gibt es Hate von allen Seiten, und das hat mich einfach wieder mal richtig wütend und nachdenklich gemacht.

Ihr könnt mir glauben, ich war selbst nicht besonders froh, dass Österreich Conchita als Vertreter gewählt hat, allerdings musste ich auch etwas schmunzeln und fand es auf der anderen Seite auch ziemlich gut. Ich finde ihn als Person nicht sonderlich ansprechend, mag seine Musik nicht, aber seine Message gefällt mir umso besser - man sollte nicht auf die Kritik anderer hören, sondern sein eigenes Ding durchziehen und so leben, wie man sich wohlfühlt. Vorab, Conchita bzw Tom ist nicht wirklich transsexuell - ich würde eher sagen, er ist eine Drag Queen, Conchita ist sein Alter Ego. Wegen dem Bart kam viel Kritik auf - Ist das jetzt ein Mann oder eine Frau? Er soll ich doch wenigstens den Bart abrasieren! Ist ja ekelhaft! Dieser Bart gehört allerdings zur Person - und wenn er sich so wohlfühlt, warum nicht? Was gibt UNS das Recht, über andere zu urteilen?

Dann kam das Kommentar auf, dass man gefälligst den Körper und das Geschlecht akzeptieren soll, in dem man geboren wurde. Ich denke, viele sind sich nicht bewusst, dass es eine psychische KRANKHEIT ist, durch die man sich fühlt, als wäre man in seinem Körper einfach nicht richtig. Alles fühlt sich falsch an - und soll man ein unglückliches Leben verbringen, obwohl man es ändern könnte? Ich finde, es benötigt verdammt viel Courage, um sowas durchzuziehen, eine Geschlechtsumwandlung hinter sich zu bringen. Natürlich kann ich es nicht nachvollziehen, und ich denke, die wenigsten können das. Aber ich akzeptiere derartige Entscheidungen. Ich kenne das Gefühl, wenn man sich im eigenen Körper einfach nur hässlich und abartig fühlt - wenn man das ändern kann, warum sollte man nicht?

"Gott wird kommen und über dich richten!" "Alle Schwulen werden in der Hölle schmoren!" "Das ist einfach nur falsch" sind wohl noch die nettesten Kommentare, die ihr zu solchen Themen findet. Und das ÜBERALL. Ob jetzt auf Facebook ein Bild bezüglich Same Love veröffentlicht wird, ob berühmte Leute sich outen oder was weiß ich - überall wird uns eingeredet, dass Homosexualität falsch ist. Sicher? Woher wollen die Leute das wissen? Wollen sich diejenigen, die homosexuellen Leuten den Tod wünschen, ihnen Mord androhen oder sie aufs Schlimmste beschimpfen, tatsächlich auf Gott berufen? Dazu muss ich sagen, dass ich bekennende Agnostikerin bin - ich zweifle nicht an, dass irgendwo ein Gott existiert, aber ich zweifle auch nicht an, dass es keinen gibt. FALLS es also einen Gott gibt, einen gnädigen Herrscher, würde dieser herzensgute Menschen nur wegen ihrer angeborenen Vorliebe fürs gleiche Geschlecht in die Hölle schicken? Wegen einem einzigen Unterschied zu den anderen Menschen, der noch dazu meist angeboren ist, den man einfach nicht unterdrücken kann? Wirklich? Meiner Meinung nach verdienen es eher jene Menschen, die den Tod aller Homosexuellen fordern, in der Hölle zu schmoren. Leute sind doch nicht schlecht, nur weil sie eine andere sexuelle Orientierung haben - schlechte Menschen gibt es überall, egal ob heterosexuell oder homosexuell. Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass Gott über Kinderschänder, Mörder, Vergewaltiger oder Schläger Urteil fällt, als über harmlose Menschen, die nur wegen dieser einen Sache von vielen anderen nicht akzeptiert werden? Heißt es nicht immer, dass nur Gott über uns urteilen kann? Woher nehmen sich dann bitte alle das Recht, über andere zu urteilen, sie als eine Blamage für die Menschlichkeit zu bezeichnen?

"Homosexualität ist Sünde!" - Na und? Als ob jene Menschen noch nie gesündigt hätten. Wenn sie die Bibel, auf die sie sich immerhin berufen, wirklich kennen würden, würden sie feststellen, dass sie täglich große und kleine Verstöße gegen die Vorschriften begehen. Immerhin ist es beispielsweise auch Sünde, sich den Bart abzuschneiden bzw sich zu rasieren - wer hält sich daran? Sündigt nicht eigentlich JEDER EINZELNE  von uns? Und um kurz mal abzuschweifen, ist Kindermissbrauch nicht auch ein großes Thema in der katholischen Kirche? Fakt ist, niemand lebt völlig ohne Sünde - ob jetzt große oder kleine, wir begehen alle welche. Wieso können wir dann mit dem Finger auf andere zeigen und sagen, dass er falsch handelt? Kennen wir die Person, seine Geschichte, denn? Nein.


Außerdem möchte ich noch kurz auf ein Video bzw auf einen Kurzfilm aufmerksam machen, den mir einer meiner besten (und homosexuellen, ja.) Freunde kürzlich gezeigt hat. Wenn ihr daran interessiert seid, nehmt euch die Zeit und schaut es euch an - vielleicht spricht es euch ja an. Prinzipiell geht es darum, wie wohl eine Welt aussehen würde, in der es der Norm entsprechen würde, homosexuell zu sein, und Heteros die Minderheit darsellen. Viel mehr macht er aber auf die Probleme aufmerksam, mit denen sich "andersartige" in unserer Gesellschaft herumschlagen müssen. Mich hat er zu Tränen gerührt - ehrlich gesagt dachte ich kurzzeitig, dass es wohl leicht übertrieben dargestellt wäre, aber ein Blick in die Kommentare bewies mir wieder mal das Gegenteil: Sünde, lasst sie in der Hölle brennen, und das (meiner Meinung nach) Schlimmste: Es ist "Taktik" der Homosexuellen, sich als Opfer aufzuspielen. Mobbing ist ja an sich schlimm, aber wenn sie es ertragen müssen, ist es nur gerechtfertigt. Sie wollen die gesamte GESELLSCHAFT ändern, es ist also ihr Plan, Mitleid zu erregen. Oh Gott, ich könnte diesen Leuten (obwohl ich eigentlich nichts für Gewalt übrig habe) alle möglichen Dinge antun. Schrecklich. Ich verabscheue sowas >.<



Wie auch immer, falls ihr euch durch diesen Post gequält habt, Respekt - und eine Entschuldigung meinerseits, dass ich so ausraste - aber sowas macht mich einfach fertig und ich musste mal meine Meinung loswerden. Morgen kommt dann wieder ein normaler Post, versprochen.








Kommentare:

  1. Ich finde es toll von dir, wie du darüber denkst und du dich traust darüber zu posten :) Respekt


    Liebst Lana

    Sweetfluffythings.blogspot.com

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    1. Ich gehe mit meiner Meinung generell sehr offen um und sage, wenn mich etwas stört. Freut mich, dass du mir da zustimmst ♥

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  2. 15 Jahre alt und intelligenter als so manche Leute :/
    Du triffst den Nagel auf den Kopf! Ich kann dir durchgehend zustimmen. In meiner Umgebung bin ich von tw homophoben Leuten umgehen und die Dinge zu hören, die sie zu dem Thema hervorbringen, machen mich rasend! Was soll dieses Urteilen? Warum kann nicht jeder das machen, was ihn glücklich macht? Stört doch keinen!!
    Der Film hat mir sehr gut gefallen...

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    1. Vielen Dank für dein Kommentar. Ich kann einfach nicht verstehen, wie die Leute so denken können - was bewegt sie dazu? Mich macht es auch rasend, derartige Bemerkungen anhören zu müssen.. das widerspricht einfach jedem gesunden Menschenverstand >.<

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